Langzeitbelichtung

Heute soll es um Langzeitbelichtung gehen.

 

Das Thema musste ich vergangene Woche zwangsläufig aufgreifen. Ich war in Leipzig unterwegs und hatte eigentlich vor, das beleuchtete Völkerschlachtdenkmal als HDR zu fotografieren. Nur leider hat da jemand vergessen das Licht anzuschalten :).

Durch die längere Belichtung kann man dem einen oder anderen Bild doch noch einen gewissen Pep verleihen. Auch Personen an belebten Plätzen könnt ihr so verschwinden lassen. Nachts ist das ohne Zubehör relativ einfach umzusetzen, man schließt die Blende und reduziert so den Lichteinfall auf den Bildsensor. Am Tag wird das ganze schon erschwert, hier kommt man ohne Zubehör bzw. Neutraldichtefilter nicht weiter.

Wer hier den Einstieg sucht und erst einmal das Ganze ausprobieren möchte, der bekommt relativ preiswerte Filter, muss aber mit den Farbverschiebungen die entstehen leben. Es gibt sie in  verschieden Stärken, ND 8 (oder auch 0,9), ND 64 (1,8) und ND 1000 (3,0) werden am meisten angeboten. Sie verlängern die Belichtung um den jeweiligen Wert und sind als Schraubfilter direkt am Objektiv oder Steckfilter für die optionalen Halterungen erhältlich.

Ein kleines Beispiel: Ihr habt Blende 8, ISO 100 und einer 1/1000sek eingestellt. Wenn ihr jetzt einen ND 1000 davorsetzt dann bleiben Blende und ISO gleich, die Verschlusszeit aber verlängert sich aber auf 1 Sekunde.

Hier eine Verschlusszeittabelle zum Ausdrucken:Verschlusszeiten

Ein weiteres Problem, die benötigte Belichtungszeit lässt sich an der Kamera nicht einstellen. An den meisten Kameras lassen sich bis zu 60 Sekunden Belichtung einstellen, danach gibt es nur noch den BULB-Modus, heißt, wie lange die Belichtung dauert bestimmt ihr. Hier kommt auch der Fernauslöser ins Spiel, habt ihr den nicht, kann es sein das ihr Finger für die gesamte Dauer auf dem Auslöser lassen müsst.

Hier seht ihr die Nachtaufnahme vom Völkerschlachtdenkmal, ich habe hier lediglich die Blende geschlossen und das Umgebungslicht genutzt, welches von der Stadt auf das Völkerschlachtdenkmal einwirkt. Hier sollte man die Taschenlampe nicht vergessen, sonst wird das Scharfstellen zur Glückssache. Ein Fernauslöser verhindert mögliche „Verwackler“, ein Stativ ist natürlich immer dabei.

Völkerschlachtdenkmal_Nacht

Einstellungen: Blende 4, ISO 200, 100 Sekunden

 

Bei der zweiten Aufnahme war ich am Luppewehr in der Leipziger City. Die Sonne stand noch am Himmel und so musste ich einen ND 1000 Filter nutzen um das verwischen der Wolken zu erreichen. Ohne Langzeitbelichtung wäre die Aufnahme ohne jeden Reiz gewesen und ich hätte mir das Bild sparen können.

Leipzig_City_3

Einstellungen: Blende 22, ISO 100, 100 Sekunden

 

Kurze Checkliste für Langzeitbelichtung

  • Stativ
  • Fernauslöser
  • Taschenlampe
  • Neutraldichtefilter
  • Tabelle für Verschlusszeiten

 

Und noch ein kleiner Tipp für Den der Leipzig besucht und das Völkerschlachtdenkmal bei Nacht ablichten möchte. Von Montag bis Donnerstag ist meist das Licht aus, es gibt auch nirgends eine Übersicht wann das Licht an ist. Am Wochenende aber ist es eindrucksvoll beleuchtet und Ihr könnt Euch austoben. Der Platz in der Mitte vor dem Völkerschlachtdenkmal ist heiß begehrt und Ihr solltet rechtzeitig vor Ort sein. Den Sonnenuntergang habt ihr hinter Eurem Rücken, wer also einen schön beleuchteten Himmel haben möchte, der sollte früh aufstehen, dann geht die Sonne dahinter auf.

Bei Fragen oder Tipps freue ich mich natürlich über eine E-Mail.

 

Also viel Spaß und gut Licht!

 

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